Damit können Jugendliche ab 15 Jahren direkt nach der abgeschlossenen Pflichtschule in den Pflegeberuf einsteigen. Die ersten Pflegelehrlinge in Tirol machen heuer ihren Abschluss. Die Lehre „Pflegeassistenz“ dauert drei, die Lehre zur „Pflegefachassistenz“ vier Jahre. Im Schuljahr 2023/2024 startete die erste Klasse. Davor war ein Einstieg in den Pflegeberuf in Tirol nur über die Ausbildung an einer berufsbildenden Schule oder über die Gesundheits- und Krankenpflegeschulen ab 17 Jahren möglich.
5 Fragen an Pflegelehrling Lilly
Landeszeitung: Was hat dich dazu motiviert, eine Pflegelehre zu beginnen?Lilly: Ich wusste schon immer, dass ich im medizinischen Bereich arbeiten möchte. Nach meinem Praktikum im Wohn- und Pflegeheim Mieming war ich begeistert, und durch meine Mama bin ich dann auf die Pflegelehre gekommen.
Wie sieht dein Arbeitsalltag aus und was gefällt dir daran besonders?
Mein Arbeitsalltag besteht aus Morgenpflege, Übergaben, Essen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern und oft aus Aktivitäten wie Basteln, Spielen, Ausflügen – auch psychosoziale Entlastungsgespräche dürfen nicht fehlen. Ich darf auch zweimal im Monat selbstständig einen Kinonachmittag organisieren. Kein Tag ist gleich und man hat viel Abwechslung!
Welche Fähigkeiten und Eigenschaften sollte man für die Pflegelehre mitbringen?
Man sollte geduldig, empathisch und teamfähig sein. Ein gesunder Hausverstand ist auch nicht schlecht. Kreativität ist im Alltag jedenfalls hilfreich. Was sind aus deiner Sicht die größten Vorteile dieser Ausbildung?
Man lernt einen Beruf, der immer gebraucht wird, und kann schon früh eigenes Geld verdienen.
Was würdest du jenen raten, die überlegen, eine Pflegelehre zu starten?
Mit Empathie, Respekt, Kreativität und Geduld kommt man weit.
Man lernt nicht nur professionelles Pflegen und Begleiten, sondern was fürs Leben. Für mich war es der richtige Weg – vielleicht ist er das ja auch für euch.
Ausbildungen in der Pflege
Mit rund 2.600 Auszubilden den absolvieren derzeit so viele Menschen wie noch nie eine Pflegeausbildung in Tirol. Dabei setzt man auf wohnortnahe und flexible Modelle wie die Pflegelehre, berufsbildende Schulen mit Pflegeschwerpunkt oder berufsbegleitende Ausbildungen über die regionalen Gesundheits- und Krankenpflegeschulen und die Schule für Sozialbetreuungsberufe (SOB) Tirol.Ausbildung Sozialbetreuung
An der SOB Tirol kann man eine Ausbildung zur Sozialbetreuerin bzw. zum Sozialbetreuer machen – mit Schwerpunkten wie Alten-, Behinderten- oder Familienarbeit. Die Ausbildung zur „Pflegeassistenz“ ist dabei bereits inkludiert. Wer bereits als PflegeassistentIn arbeitet, kann sich außerdem im Bereich Alten- oder Behindertenarbeit weiter qualifizieren.Interessierte können die Ausbildung berufsbegleitend oder in Vollzeit absolvieren – am SOB-Standort in Innsbruck oder an ausgewählten Außenstellen: im Bereich Altenarbeit in den Pflegeheimen in Telfs, Kitzbühel und Zell am Ziller, auf dem Gebiet Behindertenarbeit an der HLW Lienz in Kooperation mit der Lebenshilfe.
Rund 660 Euro Ausbildungsbeitrag
Für Pflege-Auszubildende und -Studierende gibt es eine finanzielle Unterstützung: Sie erhalten während der gesamten Ausbildungsdauer einen monatlichen Ausbildungsbeitrag, wenn bundesweite Förderprogramme (z. B. AMS-Pflegestipendium) nicht greifen. Dieser erhöhte sich mit Jänner 2026 bei Vollzeitausbildungen auf rund 660 Euro pro Monat.Von Reutte bis nach Lienz
Angehende Pflegekräfte können in ganz Tirol aus 20 wohnortnahen Ausbildungsstandorten wählen. Von der Pflegelehre über berufsbildende Schulen mit Pflegeschwerpunkten sowie Ausbildungen im Sozialbetreuungsbereich bis hin zur regulären Pflege(fach)assistenzausbildung und Bachelorstudiengänge für Gesundheits- und Krankenpflege. Weitere Informationen zu allen Ausbildungsmöglichkeiten unter: tirol.gv.at/pflegeausbildungenSo hängen Klimawandel und Gesundheitswesen zusammen
Das Projekt Mountadapt beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf das Gesundheitswesen. In Tirol werden dazu verschiedene Maßnahmen umgesetzt – vom Tigermücken-Monitoring über Katastrophenvorsorge bis hin zu innovativen Kühlmethoden in Krankenhäusern.Ergänzend gibt es Schulungen für medizinisches Personal. Dazu zählen etwa Medikamentenlagerung, der Umgang mit vulnerablen Gruppen und psychische Auswirkungen. Auch der Austausch zum Thema Hitze zwischen Gesundheits- und Einsatzorganisationen spielt eine wichtige Rolle.
Alle Infos: mountadapt.eu
„Noch nie waren in Tirol so viele Menschen in einer Pflegeausbildung.“
– LRin Cornelia Hagele