Die Regierung beschäftigte sich aber auch mit einem Thema, das oft im Hintergrund passiert und für den sozialen Frieden im Land unverzichtbar ist: das Ehrenamt.
Dieses bekommt heuer eine große Bühne. „2026 ist das Jahr des Ehrenamts“, riefen LH Anton Mattle und LHStv Philip Wohlgemuth im Anschluss an die Klausur das Schwerpunktjahr aus. In Tirol hilft fast jede und jeder Zweite freiwillig mit. Bei der Bergrettung. Im Sozialmarkt. Am Fußballplatz. In Vereinen und Verbänden. Ohne Bezahlung, aber mit viel Verantwortung. „Freiwillige leisten mehr, als sie müssen. Sie verdienen mehr Unterstützung und Sichtbarkeit. Genau hier setzen wir mit dem Jahr des Ehrenamts an“, betont LH Mattle. Auch zahlreiche VertreterInnen von Vereinen und Verbänden waren vor Ort. Sie wissen am besten, wovon der Landeshauptmann spricht. „Wir wollen allen, die sich bereits engagieren, nicht nur danken. Wir handeln mit konkreten Schritten und Vorhaben, die das freiwillige Engagement in Tirol sichtbarer machen und stärken sollen“, so LH Mattle.
Ein klares Bekenntnis zum Ehrenamt
Festgehalten wurde das in der Ehrenamtscharta. Sie ist ein klares Bekenntnis zum Ehrenamt. Und zur Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt steht die Frage: Was brauchen Freiwillige wirklich? Mehr Sicherheit, mehr Klarheit, weniger Bürokratie – darüber waren sich alle Anwesenden einig. LHStv Wohlgemuth fasste zusammen: „Zehntausende Menschen engagieren sich in Tirol tagtäglich freiwillig – in ihrer Freizeit und oft im Hintergrund. Sie übernehmen Verantwortung für andere und für die Gemeinschaft. Dieses Engagement ist keine Selbstverständlichkeit und verdient Anerkennung, Unterstützung und verlässliche RahmenbedingungenEhrenamt der Zukunft sichern
Wer Verantwortung trägt, soll entlastet werden. Gleichzeitig soll das „Wir-Gefühl“ gestärkt werden. Es gilt, die Menschen zu motivieren, mitanzupacken und mitzuhelfen. So macht die Kampagne des Landes „Ehrenamt? Ehrensache! Komm in die Gruppe“ auf das Ehrenamt und seine Vielfältigkeit in Tirol aufmerksam. Die Kampagne soll informieren und motivieren. Vor allem auch junge Menschen. „Die Zukunft des Ehrenamts entscheidet sich jetzt. In Schulen, in Jugendgruppen, in Betrieben. Hier setzen wir an – mit mehr Flexibilität, mehr Offenheit und noch mehr Menschen, die mitmachen“, sagen LH Mattle und LHStv Wohlgemuth mit Blick auf die kommenden Monate und Jahre.In Landeck endete die Klausur. Die Akten wurden geschlossen und die Charta unterzeichnet. Was bleibt? Das Jahr des Ehrenamts soll keine einmalige Sache sein: Alles, was jetzt passiert, wirkt nachhaltig. Und es bleibt das Versprechen, Ehrenamt zu fördern. Nicht nur 2026, sondern auch darüber hinaus. Der Startschuss ist gefallen.
Das ist geplant:
- Rechtssicherheit stärken und Ehrenamtliche/ Freiwillige schützen: Prüfung einer landesweiten, subsidiären Haftpflichtversicherung, Umsetzung einer zentralen und niederschwelligen Rechts- und Grundberatung, Initiierung einer Wissensplattform mit Informationen, Dokumentenvorlagen und FAQs.
- FunktionärInnen, KoordinatorInnen, Verantwortliche entlasten: Service-, Beratungs- und Weiterbildungsangebote bündeln, Sichtbarkeit von Qualifizierungsangeboten (z. B. Vereins- und Freiwilligenakademie) erhöhen und diese flexibler gestalten (Online-, Kurz- und Abendformate).
- Wahrnehmung in der Gesellschaft stärken: Prüfung eines neuen Ehrenamtsnachweises, landesweite Kampagne für mehr Sichtbarkeit und Information, regionale Ehrenamtstage in Anlehnung an Freiwilligenwoche (Fokus auf Weiterbildung und Vernetzung).
- Zukunft des Tiroler Ehrenamts sichern: Nachwuchs gewinnen (Kooperationen mit Schulen, Jugendorganisationen, Betrieben), stärkerer Fokus auf projekt-, raum- und zeitbezogene Flexibilität bei Ehrenamtstätigkeiten, Maßnahmen für mehr Inklusion bei Freiwilligenarbeit, thematische Jahresschwerpunkte.