17. Februar 2026

Aus Leidenschaft für den Sport: Ehrenamt, das bewegt

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LHStv Philip Wohlgemuth bedankt sich bei Wolfgang Haider für seinen langjährigen Einsatz für den Tiroler Sport.
Ehrenamtliches Engagement ist besonders im Sport eine tragende Säule.

Tausende TirolerInnen investieren Zeit, Wissen und Herzblut, um Vereine, Gemeinschaften und Perspektiven am Leben zu halten. Einer von ihnen ist Wolfgang Haider aus Innsbruck.
Seit Jahrzehnten ist er ehrenamtlich im Sport engagiert und Generalsekretär von tiSport. Gemeinsam mit LHStv Philip Wohlgemuth, Sportreferent des Landes Tirol, spricht er über Motivation, Verantwortung und die Zukunft des Ehrenamts.
Seit den 1970er-Jahren ist Wolfgang Haider im Tiroler Sport ehrenamtlich tätig – als Trainer, Vereinsfunktionär, Ausbildner, Ideengeber und Organisator. Sein Zugang war dabei stets derselbe: Verantwortung ernst nehmen.

Landeszeitung: Herr Haider, was hat Sie ursprünglich dazu bewegt, sich ehrenamtlich zu engagieren?

Haider: Ich wollte mich immer schon für die Schwächeren in unserer Gesellschaft einsetzen und etwas bewegen. Das war von Anfang an mein Antrieb – egal ob als Trainer oder Funktionär. Mir war klar: Wenn ich mich einbringe, dann richtig. Auch ohne Bezahlung. Ehrenamt ist für mich kein Lückenfüller für den Alltag, sondern eine Haltung.

Landeszeitung: Welche Herausforderungen haben Sie erlebt?

Haider: Ehrenamt ist eine sehr schöne Aufgabe – auch wenn sie zeitintensiv ist. Die Arbeit hört nach dem Training oder einer Sitzung nicht auf. Viele engagieren sich faktisch rund um die Uhr. Man muss sich das auch leisten können – zeitlich und familiär. Früher engagierten sich kaum Frauen, weil Hausarbeit, Kinderbetreuung und Beruf das kaum zuließen. Das hat sich verbessert, aber wir sind noch lange nicht dort, wo wir sein sollten. Ohne die volle Unterstützung meiner Frau hätte ich – wie viele andere Männer – diesen Weg nie gehen können. Wenn eine Vision entsteht und das Feuer entfacht wird, dann kann Ehrenamt unglaublich viel bewirken – auch wenn Enttäuschungen aufgrund mangelnder Wertschätzung oder fehlender Unterstützung hin und  wieder dazugehören.

Landeszeitung: Worauf sind Sie besonders stolz?

Haider: Es gab immer viele Ideengeber – aber nur wenige, die bereit waren, Verantwortung für die Umsetzung zu übernehmen. Dass durch meine Tätigkeit vieles ins Rollen gekommen ist und die umgesetzten Projekte erfolgreich waren, darauf bin ich sehr stolz. Aber mein ganz besonderes Highlight als Trainer: 2022 schaffte es ein Athlet aus meiner Trainingsgruppe zu den Olympischen Spielen. Mein Highlight als Funktionär ist der Tiroler Sportterminkalender, den ich ins Rollen gebracht habe.

Landeszeitung: Welche Rolle spielt das Ehrenamt für den Sport in Tirol?

Haider: Ohne Ehrenamt gäbe es schlichtweg keinen organisierten Sport. Vereine, Nachwuchsarbeit, Veranstaltungen – all das basiert darauf, dass Menschen ihre Zeit und ihr Wissen kostenlos und professionell zur Verfügung stellen. Das muss man sich bewusst machen und entsprechend wertschätzen.

LHStv Wohlgemuth: Kein politisches Programm funktioniert ohne Menschen, die Verantwortung übernehmen. Zehntausende Tirolerinnen und Tiroler leisten tagtäglich einen unverzichtbaren Beitrag für das Gemeinwohl – besonders im Sport. Mit dem Jahr des Ehrenamts 2026 setzen wir bewusst ein Zeichen: Es geht um Wertschätzung, Entlastung, Rechtssicherheit, weniger Bürokratie und nachhaltige Strukturen.

Landeszeitung: Was raten Sie Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten?

Haider: Meine erste Frage wäre: Bist du bereit, dein Wissen und Können mit vollem Einsatz und kostenlos zur Verfügung zu stellen? Ehrenamt ist keine Tätigkeit nach Lust und Laune. Man muss auch dann da sein, wenn es gerade nicht passt. Mein Rat: klein und realistisch starten – und empathisch bleiben.

LHStv Wohlgemuth: Ich rate allen, die sich engagieren möchten, den ersten Schritt zu wagen – idealerweise dort, wo die eigenen Interessen und Stärken liegen. Ehrenamt soll Sinn stiften und Freude machen. Gleichzeitig braucht es verlässliche Strukturen und Unterstützung, damit Engagement nicht zur Überforderung wird. Genau daran arbeiten wir als Land Tirol.

Für Wolfgang Haider steht fest: Ehrenamt braucht Anerkennung – und Menschen, die es ernst meinen. „Ich habe für mich entschieden, es mit dem 80. Geburtstag sein zu lassen“, sagt er mit einem Lächeln. Sein Engagement aber wirkt weiter – als Beispiel dafür, was möglich ist, wenn Verantwortung zur Herzenssache wird.

Sportland Tirol – Zahlen und Fakten

  • Rund 2.000 Sportvereine
  • Über 300.000 Mitgliedschaften
  • Organisiert in 47 Fachverbänden und drei Dachverbänden Mehr als 10.000 ehrenamtliche FunktionärInnen und TrainerInnen, die Trainings organisieren, Kinder und Jugendliche betreuen und den Vereinsbetrieb aufrechterhalten.

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